Duschwanne oder geflieste Dusche, was ist das richtige für mich?

Bodengleiche Duschen liegen klar im Trend. Ob gefliest oder mit Duschwanne, beide Systeme haben Ihre Vor- aber auch Nachteile. Um Ihnen die Entscheidung etwas zu erleichtern haben wir von www.heizung-badezimmer.com Ihnen die 8 Wichtigsten Fragen einmal zusammengefasst.

1. Hygiene

Laut einer Studie des TÜV Rheinland (2012) ist nach dem Putzen einer emaillierten Duschtasse 94% des Schmutzes beseitigt. Bei einem gefliesten Duschbereich werden jedoch nur 76% aller Verschmutzungen  behoben.

Die Fliese an sich ist eigentlich leicht zu reinigen. Anders sieht es jedoch bei der dazugehörigen Fuge aus. Diese lassen sich nahezu nie richtig säubern und benutzt man aggressive Reinigungsmittel, werden sie schnell brüchig und porös.

Bei Duschwannen gibt es keine Fugen und somit auch keine „Dreckfänger“. Achten Sie jedoch bei der Wahl des Reinigungsmittels auf eventuelle Herstellerangaben, da Acryl Duschwannen anders gereinigt werden sollten als Mineralguss oder Stahl Email Duschtassen.

2. Individualität

Bei der Individualität hat die geflieste Dusche klar die Nase vorn. Die Auswahl der Duschwannen beschränkt sich lediglich in Form, Größe und Farbe. Dies bietet natürlich nicht viel Spielraum für Kreativität.

Fliesen lassen sich nach Maß auslegen und können damit auch in verwinkelten Duschbereichen eingesetzt werden. Genauso sieht es bei der Farbgestaltung aus, den Farben, Muster, Formen und Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Nimmt man dazu noch eine edle Duschrinne mit Fliesenmulde, ist sogar der Ablauf fast unsichtbar.

3. Sicherheit

Ein glatter Duschbereich ist zwar sehr reinigungsfreundlich, aber wenn wir das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt stellen nicht sonderlich trittsicher. Sehr viele Unfälle passieren im Bad durch zu glatte Untergründe. Gerade ältere Menschen und Kinder sind davon betroffen.

Viele Duschwannenhersteller bieten besondere rutschhemmende Beschichtungen an. Kaldewei bietet z.B. 3 verschiedene Oberflächen für mehr Sicherheit. Sie können wählen zwischen ANTISLIP, VOLL- ANTISLIP und SECURE-PLUS. Der TÜV Rheinland bestätigt KALDEWEI eine Rutschhemmung gemäß Bewertungsgruppe B für nassbelastete Barfußbereiche (DIN 51097) und gemäß Bewertungsgruppe R10 für rutschhemmende Eigenschaften in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit erhöhter Rutschgefahr (DIN 51130) für alle 3 Oberflächen.

Dem stehen Fliesen in nichts nach. Diese sind durch ihre glasierte Oberfläche von Natur aus rutschig. Es gibt jedoch auch spezielle, rutschhemmende Fliesen. Achten Sie bei der Auswahl auf die angegebene Rutschfestigkeitsklasse. Ein zusätzliches A, B oder C bedeutet, dass sich die Fliese auch optimal für Barfußbereiche wie Duschböden eignet. Fliesen der Klasse R 9 und R 10 bieten eine geringe bis durchschnittliche Rutschsicherheit. Eine höhere Rutschhemmung bieten allerdings erst Fliesen ab der Klasse R 11. In den Klassen R 12 und R 13 finden Sie Fliesen mit sehr hoher Rutschsicherheit.

Fazit: Sowohl Duschwannen als auch Fliesen können mit rutschhemmenden Oberflächen Sicherheit bieten. Achten Sie beim Kauf auf die Rutschsicherheit. Andernfalls lassen sich Duschtassen sowie Fliesen auch nachrüsten.

4. Beanspruchung

Besonders Duschwannen aus Stahl-Email und Mineralguss sind äußerst strapazierfähig und kratzfest. Anders sieht es bei Acrylduschwannen aus. Diese zerkratzen sehr leicht und sind dadurch besonders bei Mietobjekten nicht zu empfehlen. Sollte die Duschwanne mit einem Rollstuhl befahren werden, raten wir dazu die Herstellerangaben zu beachten, da nicht jede Duschwanne rollstuhlbefahrbar ist.

Fliesen an sich sind auch jeder Anforderung im Bad gewachsen, wenn es da nicht noch die Fugen gäbe. Ständige Belastungen durch Seife, Reinigungsmittel, Schmutz und Wasser beschleunigen den Altersprozess der Fuge enorm. Aber Fugen lassen sich auch entfernen und erneuern, wenn diese unansehnlich oder porös geworden sind. Soll der Duschbereich mit einem Rollstuhl befahren werden, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Unterbau auch dafür geeignet ist.

5. Größe

Auch hier sehen wir den gefliesten Duschbereich klar im Vorteil. Während Sie die geflieste Duschfläche in jeder beliebigen Größe anfertigen können, sind Sie bei Duschtassen an die jeweiligen Größen gebunden. Diese fangen je nach Hersteller und Modell bei 70 x 70 cm an und enden bei 200 x 100 cm.

Besonders bei kleinen Bädern wirkt ein durchgefliester Fußboden deutlich größer als ein optisch abgegrenzter Duschbereich. Insbesondere in Verbindung mit einer Pendeltür Duschabtrennung kann diese außerhalb der Duschzeiten an die Wand geklappt werden wodurch mehr Platz für anderweitige Nutzungsmöglichkeiten entsteht.

Fazit: Besonders in kleinen Bädern ist die Fliese der Gewinner. Hingegen können Sie in großen Bädern wählen, was Ihnen besser gefällt.

6. Abdichtung

Bei der Abdichtung des Duschbereiches ist es egal ob Sie eine Duschwanne einbauen oder den Bereich ausfliesen. Das Abdichten der Dusche ist das A und O. Beim Abdichten der Dusche helfen heut zu Tage vorkonfektionierte Abdichtmassen und Fugenbänder: Mit diesen müssen Sie den Spritzwasserbereich der Dusche an Wänden und am Boden behandeln. In Ecken und rund um Rohre wird noch spezielles Abdichtband eingebettet.

Den einzigen Unterschied gibt es beim Abdichten des Abflusses. Dies ist bei einer Duschwanne viel einfacher, da die Ablaufgarnitur perfekt in die Lochbohrung der Duschwanne passt und mithilfe von Gummidichtungen abdichtet. Hingegen muss bei der Verwendung einer Duschrinne oder eines Bodenablaufes eine Dichtmanschette in den Estrich eingearbeitet werden. Zusätzlich muss der korrekte Anschluss der Duschrinne oder des Duschablaufs an diese Manschette sichergestellt sein.


7. Budget

Wer es schick und individuell mag, für den ist eine geflieste Dusche genau das richtige. Das ist allerdings kostspieliger als die Installation einer Duschwanne. Da eine Duschwanne deutlich einfacher zu installieren und abzudichten ist, sind die Einbaukosten überschaubar.

Anders sieht es bei einer gefliesten Dusche aus. Bereits das Abdichten und Vorbereiten für die Fliese ist sehr zeitaufwändig und bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Andererseits gibt es auch Design-Duschwannen die um ein vielfaches teurer sind als eine Standard-Dusche.

 
8. Montage

Wie bereits unter 7. (Budget) erwähnt ist die Installation deutlich einfacher. Ob man diese mit einem Styroporträger oder mit einem Fußgestell einbaut ist grundsätzlich vom Untergrund abhängig. Ist dieser bereits gerade kann ein Wannenträger verwendet werden. Sollte der Untergrund jedoch schief oder uneben sein, empfiehlt sich die Verwendung von Wannenfüßen. Anschließend müssen nur noch die Anschlüsse zur Wand abgedichtet werden und fertig ist die neue Dusche.

Außerdem sind Duschwannen wartungsfreundlicher. Eine Silikonfuge kann problemlos erneuert werden und ein Austausch ist auch ohne weiteres möglich.

Bis eine Dusche fertig gefliest und abgedichtet ist bedarf es da deutlich mehr Arbeitsschritte. Unabhängig von der Installationsart müssen Sie den Boden der begehbaren Dusche absolut wasserundurchlässig abdichten. Das Fliesen ist anschließend ebenfalls zeitaufwändiger als der Einbau einer Duschwanne. Das Ergebnis kann sich dann aber sehen lassen. Noch ein Nachteil ist bei einer gefliesten Dusche, dass nur ein Zugriff im Bereich des der Duschrinne möglich ist. Ist das Problem größer müssen Fliesen entfernt und anschließend neu verlegt werden.

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